Title: Methodik
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Methodik

Teilprojekte

Das Projekt ist untergliedert in mehrere Teilprojekte.

Sofia bearbeitet vor allem akteursspezifische Fragestellungen. In einer Befragung (Fragebogen und halbstandardisierte Interviews) werden Anreizmuster der beteiligten Akteursgruppen analysiert, z.B. Hersteller und Händler von Elektrogeräten sowie Einsammler und Verwerter von Altgeräten. Darüber hinaus werden die Möglichkeiten einer systematischen Verknüpfung des Informationssystems mit den Anforderungen des Arbeitschutzes bei Recycling und Entsorgung untersucht. Schließlich wird ermittelt, inwieweit die heute auf dem Markt befindlichen Produktkennzeichnungssysteme für die ermittelten Anforderungen geeignet sind.

 

Das IESAR-Institut der FH Bingen bearbeitet Projekte, die sich mit der Verwertungs- und Entsorgungsphase, mit Wiederverwendung und Reparatur sowie mit der Frage der Produktprüfungen befassen. Diese Projekte verknüpfen sowohl technische als auch juristische Aspekte (z. B. Datenschutz), mit den neuen Möglichkeiten der Produktinformation. Schwerpunkte der Arbeit sind die Analyse des Informationsbedarfs, den die einzelnen Akteure haben, und die Analyse des notwendigen Informationsflusses zwischen ihnen, aber auch die Untersuchung der Hemmnisse, die zwischen den Akteuren bestehen können. Hierzu werden Befragungen und Workshops sowie weitergehende Recherchen durchgeführt. In diesem Kontext werden vier Teilprojekte bearbeitet, die nachfolgend kurz vorgestellt werden sollen.

 

B1: Stoffliche Verwertung und Entsorgung

Das Elektro-Gesetz verlangt, dass die Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten den Behandlungs-, Recycling- und Wiederverwendungseinrichtungen Informationen zur Verfügung stellen. Aus diesen Informationen muss sich ergeben, welche Bauteile und Werkstoffe die Elektro- und Elektronikgeräte enthalten und an welcher Stelle sich in den Geräten gefährliche Stoffe und Zubereitungen befinden. Gegenstand dieses Teilprojektes ist die konkrete Umsetzung dieser Anforderung aus Sicht eines Entsorgungsunternehmens. Dabei geht es zunächst darum, den Informationsbedarf herauszuarbeiten. Aus ökologischer Sicht ist dabei die Frage interessant, in welchem Umfang Bauteile weiterverwendet oder einer Verwertung zugeführt werden können.

 

B2: Wiederverwendung und Reparatur

Das Teilprojekt B2 untersucht, auf welche Weise es gelingen kann, durch akteurspezifische Produktinformationen Reparaturfreundlichkeit und Wiederverwendung von Elektro- und Elektronikgeräten zu verbessern. Dabei werden insbesondere auch die Auswirkungen des Elektro-Gesetzes auf Kleinst- und Mittelunternehmen berücksichtigt. Das Teilprojekt beschäftigt sich mit der spezifischen Fragestellung, welche Voraussetzungen aus Sicht eines auf die Reparatur von Elektro- und Elektronikgeräten spezialisierten Kleinbetriebes vorliegen müssten, um die Ziele des Elektro-Gesetzes (Förderung der Reparatur und Wiederverwendung) zu erreichen. Gerade bei der Reparatur werden spezifische Informationen über die Funktion und die Bauteile des Gerätes benötigt, die für eine wirtschaftlich sinnvolle Reparatur leicht zugänglich sein müssen. Das Teilprojekt untersucht, welche Informationen benötigt werden und wie diese durch kostengünstige technische Lösungen den einzelnen Anspruchsgruppen (hier Reparaturbetriebe) bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden können.

 

B3: Produktprüfungen

Das Teilprojekt B3 untersucht die Konformität der bereitgestellten Informationen mit den relevanten gesetzlichen Vorschriften sowie der Validierung der Informationen. Hier ist zu prüfen, wie die Ziele der EG-Richtlinien für die Gestaltung, die Nutzung und den Rückbau von Elektro- und Elektronikgeräten operationalisiert wurden und ob damit die EG-Vorgaben aus Sicht der Bearbeiter erfüllt wurden. Zudem muss geprüft werden, ob die auf den Produkten niedergelegten Informationen hinsichtlich der Bauteile, Werkstoffe, gefährlichen Stoffe und Zubereitungen vollständig und richtig sind, damit zuverlässig die Ausschleusung gefährlicher Werkstoffe und Bauteile gem. Anhang III des Elektro-Gesetzes erreicht wird.

 

B4: Datenschutz

Fragen des Datenschutzes und Datensicherheit werden vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig Holstein (ULD) erarbeitet. Ziel des Teilprojektes ist die Prüfung, ob und wie ein datenschutzgerechter Einsatz von Smartlabels im Elektroschrottbereich möglich sein kann.

 

Das Institut für Angewandte Forschung (IAF) der Hochschule Pforzheim beschäftigt sich vor allem mit den WEEE-Stoffströmen und dem logistischen Aspekt der WEEE-Richtlinie. In diesem Kontext werden vier Teilprojekte bearbeitet, die nachfolgend kurz vorgestellt werden sollen.

 

P1: Effiziente „Reverse Logistics“

Dieses Teilprojekt hat das Ziel, die aktuelle Diskussion zur Rückwärtslogistik im Überblick darzustellen. Es widmet sich der Frage nach den Zielsetzungen, den Motiven und Hindernissen der Einführung eines Closed-Loop Supply Chain Managements, sowie den Akteuren und ihren Informationsbedürfnissen. Der aktuelle Stand der Forschung wird im Hinblick auf den theoretischen Rahmen untersucht, der sich im Lauf der letzten Jahre insbesondere durch die Arbeit des niederländischen „RevLog“-Projekts entwickelt hat. Dieser soll die Verantwortlichen bei den konkreten Aufgaben wie Rücknahmehandling, Aufbereitungsmanagement und Design der Netzwerke unterstützen. Da die Rückwärtslogistik im Vergleich zum Supply Chain Management, der traditionellen Vorwärtslogistik, noch ein sehr junges Gebiet ist, sind die theoretische Grundlagen wie auch die Praxiskonzepte noch in der Entwicklung. Die bei der Recherche gewonnenen Erkenntnisse werden auf die spezifische Fragestellung der Elektro- und Elektronikaltgeräteentsorgung übertragen.

 

P2: Modellierung der relevanten Stoffströme

Dieses Teilprojekt widmet sich der Verfolgung und der Modellierung der ökonomisch und ökologisch relevanten Stoffströme des WEEE-Systems. Dabei wird eine modellmäßige Grundlage zur Analyse der ökonomischen und ökologischen Aspekte der Entsorgungs- und Reduktionswirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette geschaffen. Dazu werden auf der Basis von Datenerhebungen und in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern konkrete Stoffstromsysteme abgebildet und zur Klärung von Fragen zum Datenmanagement, Controlling bzw. Monitoring des WEEE-Systems eingesetzt.

 

P3: Standardisierung und Normung

Das dritte Teilprojekt fragt nach der datenmäßigen Anbindung und Schnittstellen z.B. zu ERP-Systemen: Längs des Produktlebensweges bzw. der Wertschöpfungskette liegen bei verschiedenen Akteuren in unterschiedlicher Form Daten und Informationen vor, die für eine Entsorgung nach WEEE relevant sind. Zusammen mit anderen Teilprojekten wird die Frage der akteurspezifischen Interessenslage und Datenverfügbarkeit verfolgt. Das Teilprojekt hat eine zentrale Bedeutung für die Verwertung der Projektergebnisse. Im Mittelpunkt steht die Formulierung geeigneter Standards (als Vorschlag) für die Weitergabe der erforderlichen Daten und unter Berücksichtigung der technischen Möglichkeiten. Hierbei muss auf die bereits vorhandenen Daten- und Softwarestrukturen bei den Unternehmen eingegangen werden. Außerdem sollen Erfahrungen aus anderen Branchen herangezogen werden. Geplant ist die Entwicklung einer so genannten PAS, einer Publicly Available Specification, die im Rahmen der Arbeiten des DIN direkt unterhalb der nationalen Normungsebene angesiedelt ist.

 

P4: Steuerbarkeit von Stoffstromsystemen

Das Teilprojekt untersucht die Frage, inwieweit und innerhalb welcher Rahmenbedingungen Stoffstromsysteme wie das WEEE-System steuerbar sind. Ausgangspunkt ist dabei der Anspruch ein komplexes Stoffstromsystem durch weitgehende Vollinformation beherrschen und steuern zu können. Der Aufwand zur Erhebung der notwendigen Informationen ist dabei allerdings erheblich. Das Teilprojekt untersucht hierzu Alternativen unter Berücksichtigung von selbststeuernden Systemen.

 

 


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